„Reich sind nur die, die wahre Freunde haben“, soll der englische Historiker Thomas Fuller einmal gesagt haben. Zugegeben: In einem professionellen Netzwerk sind nicht alle Deine wahren Freunde. Bereichernd kann dieses Geflecht aus Kontakten trotzdem sein – wenn Du es bereits während Deines Studiums entwickelst. In diesem Artikel findest du Informationen rund ums Netzwerk aufbauen im Studium.

Warum ein Netzwerk aufbauen?

Ein starkes Netzwerk kann Dir auf mehreren Ebenen nützen. Zum einen wirst Du möglichweise weiterempfohlen. Stelle Dir vor, das Telefon klingelt und der Traumjob wartet am anderen Ende der Leitung auf Dich – weil ein Netzwerkpartner Deinen Namen zum richtigen Zeitpunkt genannt hat.

Zum anderen vermittelt Dir ein Netzwerk Stabilität. Denn auch wenn es nicht ausschließlich aus wahren Freunden besteht, sind mit Sicherheit ein paar Vertraute darunter, an die Du Dich bei Problemen wenden kannst. Ein starkes Netzwerk hat demnach auch den Vorteil, dass Du in schwierigen Lebenslagen nicht allein dastehst, sondern Dich immer an jemanden wenden kannst.

Darüber hinaus erhältst Du über ein reges Netzwerk im Studium Informationen. Zum Beispiel über neue Jobangebote, Einsparmöglichkeiten während des Studiums und für die Zeit danach, sowie über Stipendien, Programme und Förderchancen. Es ist durchaus bekannt, dass Menschen einer persönlichen Empfehlung besonderen Wert beimessen. Tipps von Netzwerkpartnern können Dich demnach auf Möglichkeiten hinweisen, die Du ansonsten gar nicht wahrgenommen hättest.

Von Bekanntschaften zu Netzwerkpartnern

Ein Netzwerk aufbauen kannst Du nicht von heute auf morgen. Vielmehr bildet es sich durch eine beständige Kontaktpflege über den Verlauf Deines Studiums heraus. Was oft verschwiegen wird: Der Aufbau eines Netzwerks ist mit etwas Arbeit verbunden. Beziehungsarbeit, um genau zu sein.

Bei US-amerikanischen Universitäten wird der Netzwerkgedanke großgeschrieben. Das erkennst Du an der Bedeutung der Verbindungen, in die Studenten mit teils fragwürdigen Ritualen eintreten. Trotzdem: In diesen Verbindungen werden schon früh Kontakte geknüpft, die für das Berufsleben von entscheidender Bedeutung sein können.

Hierzulande ist diese Verbindungskultur nicht ausgeprägt, was Dich nicht daran hindern sollte, Netzwerkpartner zu gewinnen und auf andere Arten Dein Netzwerk auszubauen. Dies funktioniert beispielsweise über gemeinsame Interessen: Teilst Du mit anderen Kommilitonen ein Hobby wie die Programmierung von Apps oder das Aufnehmen eines Podcast? Schließt euch zusammen, denn diese Tätigkeiten können eine Verbindung schaffen.

Besuche Veranstaltungen

Lasse Dich bei Ringvorlesungen, Ersti-Treffs, Studienfahrten und anderen feierlichen Events blicken. Gehe hin und wieder einen Kaffee mit den anderen Seminarteilnehmern trinken oder erstelle ein Doodle, um regelmäßige Gruppenevents zu planen.
Besuche weiterhin Messen und Kongresse, um schon früh Kontakte in die Wirtschaft zu knüpfen. Übernimm Verantwortung in Gremien wie dem Fachschaftsrat. Und strecke Deine Fühler auch außerhalb der Uni aus, indem Du ein Ehrenamt übernimmst.

Durch Jobs kommst Du weiterhin an wertvolle Kontakte, die später sehr nützlich sein können. Du siehst also, Du kannst über viele Kanäle Beziehungen aufbauen. Achte jedoch auch darauf, dass Du nach einer erfolgreichen Kontaktaufnahme diese Beziehungen pflegst. Soziale Netzwerke bieten sich hierfür an. Weiterhin solltest Du ein aussagekräftiges Profil in den beiden bekanntesten Business-Netzwerken Xing und LinkedIn anlegen, und Dich dort mit neuen Bekanntschaften vernetzen.

Achtung: Social Media ersetzt echte Begegnungen nicht. Insbesondere in Deutschland empfinden die Menschen die virtuelle Kontaktpflege nicht als Ersatz für persönlichen Austausch.

Kontakte knüpfen im Ausland

Ein Auslandssemester, zum Beispiel im Rahmen des Erasmus-Programms, kann Dir über die Landesgrenzen hinaus zum Ausbau Deines Netzwerks verhelfen. In Zeiten der Globalisierung sind internationale Kontakte äußerst wertvoll. Denn wer weiß, wohin es Dich nach dem Studium verschlägt?

Schüchternheit überwinden

Selbstbewusst und offen auf andere Menschen zuzugehen, fällt nicht jedem leicht. Doch ist das keine feststehende Charaktereigenschaft, sondern eine Fähigkeit, die sich erlernen lässt. Wenn Du schüchtern bist, kann Dir auch ein extrovertierterer Freund dabei helfen, mehr aus Dir herauszugehen.

Beschäftige Dich auch mit Persönlichkeitsentwicklung und der Förderung Deines Selbstbewusstseins. Hierzu gibt es viel Ratgeberliteratur und hilfreiche Anleitungen im Internet.

Qualität geht beim Netzwerk aufbauen vor Quantität

Zu guter Letzt bleibt die Frage: Was macht ein gutes Netzwerk aus? Eher weniger die bloße Zahl an Kontakten als deren Qualität. Du brauchst also nicht 2.000 Facebook-Freunde. Theoretisch reichen 20 aus, wenn es sich dabei um spannende Kontakte handelt, die ihrerseits den Netzwerkgedanken verinnerlicht haben und Dich im Hinterkopf behalten.

Sei also beim Aufbau Deines Netzwerkes wählerisch. Nicht jeder neue Kontakt ist ein Zugewinn. Außerdem kannst Du bei zu vielen Netzwerkpartnern schnell den Überblick verlieren und mal ehrlich: Wer schafft es schon, Verbindungen zu hunderten Leuten zu pflegen?

Fazit

Ein starkes Netzwerk setzt sich aus vielen Bereichen zusammen: Du kannst Kontakte in der Uni, auf der Arbeit, im Ausland oder in der Freizeit knüpfen. Wichtig ist, dass Du auch bereit bist, etwas zurückzugeben und das Netzwerk nicht nur aus reinem Egoismus heraus aufbaust. Dann profitierst auch Du von einem großen Freundes- und Bekanntenkreis, der Dich in entscheidenden Lebenslagen unterstützen kann.

Chefschreiber

Geboren Ende der 70'er Jahre in Wien, seit 2002 in St. Gallen, Doktor der VWL

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Von Chefschreiber

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2 Gedanke zu “Netzwerk aufbauen im Studium: Warum die richtigen Kontakte wichtig sind”

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